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G. J. Ballen ft ebt,
Ørediger der beiden vereinten Preußischen und Braunschweigischen
Gemeinden zu Pabstorf. Ehren- und correspondirendem Mitgliede
der mineralogischen und naturforschenden Gesellschaften in Žena,

Leipzig und Balle,

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in D

er Bernstein, Bórnstein, Ugtstein, gelber Amber (lat. Succinum, Electrum, Ambra citrina, Cbrysoelectrum, Glessum, Arab. Carabe, Franz. Ambre jaune, Succin, Engl. und Holl. Amber, Span. Ambar, Stal. Ambra gialla, Schwed. Ruf und Glys, Egypt. Sakal, Russ. Morskoi Ladan) im Gebiet des Mineralreis ches, zur Klasse der brennlichen Fossilien (Combustibilia) gehörend, ist eine mehr weiche als harte Masse, spróde, mehr oder weniger durchsichtig oder durchscheinend, von verfchiedenen, meist gelben, bald hellern, bald dunklern Farben, gerieben von angenehmen Geruch, mit starker negativer Elektrizitat. Seine Namen sind von seinen verschiedenen Eigenschaften hergenommen.

Seine eigenthümliche Schwere verhålt fich zu Wasser wie 1065, nach Undern 1083 zu 1000, daher er in dem selben sinkt. Er ist hart genug, eine gute und dauernde Politur arzunehmen. Seine Farbe ist vom Weingelb bis

ins Rothgelbe milchicht weiß, grau, bråunlich, schwarzlich, felten blåulich oder grünlich, oft durch Fleden und Adern anderer Farben bunt. Bei starker Erhigung schmilzt er und wird dann opak, bleibt aber elektrisch. Seine Gea ftalt ist unbestimmt, seine Große von der eines Leinsamen: korns bis zur Masse von mehrern Pfunden.

Man rechnet den Bernstein unter die edleren Steine. Seine politurfähige Dichtigkeit, die Durchsichtigkeit derbessern Sorten und der feurige Glanz sorgfältig geschliffes ner Stůde geben ihm inen besondern Werth.

Seinen Bestandtheilen nach, ist er ein Harz, mit aufgelósetem, reiner Kohlenstoff, Wasserstoff, wenig erdigen Theilen und etwas Eisenoryd, zu einem Ganzen verbun: den. Die erdigen Theile und das Eisenoryd bleiben als Asche zurück, wenn man ihn vollkommen verbrennt. Scin Geruch entsteht von einem feinen åtherischen Öle, welches durch Zersegung gebildet wird. Destillirt man ihn, ro geht zuerst dieses åtherische Öl über. Nachher entwickeln fich áhnliche Produkte als bei der Destillation der Harze; fie sind aber kohlenstoffhaltiger. Statt der brandigen Essigsäure aus Harz in seinem natürlichen Zustande, gielt der Bernstein eine eigene Såure, die Bernsteinså ure benannt, und statt des flüchtigen brandigen bis der Harze, ein diceres, dem Steinóle åhnliches. Die Bernsteinsäure entwickelt sich, wenn man pulverisirten Bernstein bestillirt, fie sublimirt sich beim Erkalten der Dämpfe als ein festes Salz und schießt bei dem weitern Proceß in nadelförmi: gen, farben losen Krystallen an.

So viel von der äußern Gestalt, der Beschaffenheit im natürlichen Zustande, dem Bruch, der Farbe, der Elek: trizitåt und der chemischen Analyse des Bernsteins.

Jeßt wird die Frage aufgestellt:
Was ist denn eigentlich der Bernstein; welches ist rein

Ursprung, seine Entstehung; ist er ein rein mineralisches
Erzeugniß, oder gehört er uranfänglich einem andern
Naturreiche an?

Die Antwort lautet:
Er ist ein mineralisirtes Pflanzenharz.

Die Naturforscher haben sich lange darüber weiblich den Kopf zerbrochen, ob der Bernstein rúdsichtlich seiner Erzeugung und jeßigen Beschaffenheit dem Pflanzen- oder dem Steinreiche zuzuweisen ren. Sie haben sich in zwei Partheien getheilt; die eine hat sich für dieses, die andere für jenes erklärt. Auf beiden Seiten steht eine Zahl bes rühmter Namen.

Mógen die, die den Bernstein dem Steinreiche vindi: ciren, mit ihren Meinungen und Behauptungen voranstea hen. Unter den alteren behauptet Kircher (in arte magnet. L. III. c. 3. und im mundo subterr. L. VIII. c. 3.), der Bernstein rey ein Eropech, welches in der Erde durch Gånge dem Meere zugeführt, von diesem ans Ufer geworfen, daselbst durch Sonne und Luft getrodnet und zum Stein verhårtet werde; weiterhin führten die Wellen diese verhärteten Massen wieder zurück ins Meer, wo sie fortgerollt, herumgeworfen in großere und kleinere Broden zerstúdt, die Gestalt erhielten, in welcher sie gefunden werden,

Andere halten den Bernstein für ein verhärtetes Steinól. Dergleichen entzündbares mineralisches St in verschiedener Farbe, weiß, gelb, róthlich, auch sogar schwarz in Italien, in den Inseln des Archipels, in einiger Gea genden Frankreichs vorkomme, woraus in der Erde durch Beimischung scharfer Salze der Bernstein, mittelft Erhårtung entstehe. Und da die Ostsee und ihre Küsten der Hauptfundort des Bernsteins find, fo haben mehrere Naturkundige, unter andern Voget in seinem Mineralsystem,

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