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gewiesen, welche reiche Vorarbeiten für eine künftige, möglichst beglaubigte Statistik des Königreichs Sachsen in den: felben bekannt gemacht werden. Deshalb verdienen die Männer Anerkennung und Dank, welche, mit raftlosem Gifer, nicht blos der Ausmittelung der statistischen Materia: lien durch ihre Zweigvereine im Königreiche, sondern, was noch mehr sagt, der Verarbeitung derselben sich unterziehen. Moge ihre Kraft und ihr Muth so lange anhalten, bis das oben angedeutete wissenschaftliche Ergebniß vollständig er: mittelt wird!

Daß jene Kraft und dieser Muth auch bei der Gestal: tung des vorliegenden dritten Heftes fortdauernd sich gleich blieb, wird die Angabe des Inhalts desselben bezeugen. Es enthalt: fortgesekte Beiträge zur Topographie und Klima: tik des Königreichs Sachsen; Uebersicht der Landes : Unter: richts- und Bildungsanstalten, geordnet nach den Ministes rien, unter welchen sie stehen; Uebersicht der bei dem fach fischen Bergbaue angestellten Officianten und Arbeiter; Uebersicht - der im Jahre 1831 im Königreiche Sachsen statt gefundenen Brånde und deren Vergütungen (es wurden in diesem Jahre 278 Brandschaden mit 391,724 Thlr. 12 Gr. bergůtet ohne die Vergütung des Berlustes an Feuer: geråthen); Uebersicht der im Jahre 1831 in Sachsen ver: unglückten Personen (236); Notizen über den Reiseverkehr mittelst Post- und Lohnfuhren ; Uebersicht der im König: reiche Sachsen im Jahre 1832 erschienenen Zeitungen, Zeitschriften und Wochenblåtter (im Ganzen 106); nosologische Tabelle von der königl. sächs. Armee für 1830 und 1831; über den dermaligen Zustand der Webereien in der fåchsis schen Oberlausik; Beitråge zur Statistik einzelner Ortschaf: Sahrb, 6r Jahrg. VII.

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ten, zusammengestellt aus den eingegangenen Materialien der Bweigsvereine. Wir nennen nur die wichtigern Stådte, die hier vorkominen: Chemnik, Plauen, Großenhayn, Adorf, Grimma (zu dieser Stadt und ihrer Umgebung gehört auch

das beigelegte schöne lithographirte Blatt), Coldik, Zóblik, Berdau u. a.

Staatswissenschaftliche Vorlesungen für die ge

bildeten Stände in constitutionellen Staaten. Von Karl Heinrich Ludwig Pólitz. Dritter Band. Leipzig, 1833. Hinrichs. VI.und 322 S. gr. 8. (1 Thlr. 6 Gr.)

Mit dem Eintritte des constitutionellen Lebens in mehrere Staaten des nördlichen Deutschlands seit dem Spåt: jabre 1830 erwachte unter den gebildeten Standen dieser Staaten das Bedürfniß, über die wichtigsten Gegenstände des Staatslebens in populären Vortrågen belehrt zu werden. Es kam daher auf den Versuch an, theils das Wichtigere in dem Kreise staatswissenschaftlicher Gegenstånde von dem Minderwichtigen auszuscheiden, und blos das Erste hervorzuheben; theils , bei der beabsichtigten Popularisirung der wichtigsten Lehren der Staatswissenschaft, alles zu beseitigen, was zunächst dem Systeme und der Schule anges hört. Zugleich mußten die zu behandelnden Stoffe nach einem, für den vorgehaltenen Zweck berechneten, Plane ausges wählt, mit Rücksicht auf den gegenwärtigen Standpunct der Staatswissenschaft, entwickelt, und in einer faßlichen und ansprechenden stylistischen Form dargestellt werden.

Was der Unterzeichnete in den beiden ersten Bånden dieser Vorlesungen aufstellte, welche in den Jahren 1831 und 1832 erschienen, war die Ausführung der einzelnen

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Lehren, welche aus den vier staatswissenschaftlichen Haupts begriffen hervorgehen: der Staats begründung, Staatss verfassung, Staats regierung und Staats verwal: tung. Merdings mußten, bei der Festhaltung dieses Ges Fichtspuncts, alle diejenigen Gegenstånde und Lehren aus: geschlossen werden, welche mit jenen vier Hauptbegriffen nicht in unmittelbarer Verbindung standen. Allein einige Beurtheiler der beiden ersten Bånde in kritischen Blåttern forderten den Verf. auf, in einem dritten Bande die noch fehlenden staatswissenschaftlichen Gegenstånde auf eine ähnliche Weise, nach Stoff und Form, zu behandeln, wie die früher dargestellten Lehren in den ersten Bånden; und der Unterzeichnete überzeugte fich selbst von der Zweckmås Bigkeit einer solchen Ergånzung und Vervollständigung. So entstand denn der vorliegende dritte Band, welcher, in allgemeinen Umrissen, und mit Beseitigung aller zunächst nur dem Gelehrten nöthigen Details, die Uebersicht der wichtigsten Lehren des philosophischen Strafrechts, des philosophischen und practischen Völkerrechts und der Diplomatie umschließt.

Der vorliegende Band enthält 15 Vorlesungen. Das von behandeln die vier ersten das philosophische Strafs recht, nach den einzelnen Abschnitten: Zwang und Strafe nach ihrem 'rechtlichen Verhåltnisse zu dem Zwecke des Staas tes; Begriff, Theile und Umfang des philosophischen Strafs rechts, und die verschiedenen Theorieen des Strafrechts. In den folgenden acht Vorlesungen werden besprochen: das philosophische Völkerrecht; das practische Völkers recht; das europäische Staatensystem nach seiner Entstehung und Fortbildung; das europäische Staatensystem in der Ges genwart; die gegenseitigen Rechte der selbstständigen Staas ten nach dem practischen Völkerrechte; die Völkervertråge; und, der rechtliche Zwang zwischen Völkern und Staaten, nach seinen verschiedenen Formen, als Retorsionen, Repressalien und Krieg, womit die Lehre von den Friedensschlus sen verbunden ward. Die darauf folgende Vorlesung behandelt die Diplomatie und das Gesandtenrecht.

Im Anhange sind zwei Vorlesungen den beiden wichtigen, bisher noch wenig behandelten, staatswissenschaftlichen Gegenstånden gewidmet: 1) der Sprache und dem Style im constitutionellen Leben, mit Schlußbemerkungen über constitutionelle und parlamentarische Opposition, und 2) dem Staatsdienste, nach den von dem Verf. vor: geschlagenen drei Hauptctassen der Staatsdiener, und nach der von ihm beantragten innern Ubgrenzung der verschiede: nen Gattungen und Arten des Staatsdienstes.

Pólitz.

Handbuch der Geographie, von Dr. W. F. Vol.

ger, Rector am Johanneum zu Lüneburg. Erster Theil. Dritte, stark vermehrte, Auflage. Hannover, 1833, Hahn’sche Hofbuchhandlung. 661 S. gr. 8. 3 weiter Theil. 587 S.

Daß gründliche Forschung, mühsame Zusammenstellung uno sorgfältige Veraçbeitung unzähliger Materialien zu eis nem in sich geründeten, und gleichmäßig durchgeführten Ganzen bei dem teutschen Publicum gerechte Anerkennung finden; dafür spricht die bereits nöthig gewordene dritte Auflage eines Werkes, das einen sehr ehrenvollen Plak in der geographischen Literatur der Deutschen einnimmt, 'und

dessen bereits bei den frühern Auflagen in diesen „Jahrbüs chern," so wie der übrigen geographischen und geschichtlichen Schriften des berühmten Verfs., mit Ehren gedacht ward.

In der That verbürgen die vielen neuen Auflagen von mehreren, um den Beifall des Publicums mit einander wetteifernden, geographischen Werken, daß der Sinn für die ;Erdkunde feit zwei Jahrzehnten immer mehr fich erweis tert, und der Unterricht in derselben auch über diejenigen Schulanstalten sich verbreitet hat, wo ehemals derselbe zu den sehr entbehrlichen Lehrgegenständen gezählt ward; Ref. meint damit die Gelehrtenschulen, welche in neuerer Zeit, durch die zweckmäßige Gestaltung neuer polytechnischer Schu: len, Handelsakademieen u. a. in Hinsicht der Aufnahme der Realkenntnisse in die Kreise des Unterrichts, fo überflüs gelt wurden, daß fie, nothgedrungen, ihre Lectionsverzeich. nisse ebenfalls nach den Forderungen der Zeit verändern mußten, wenn sie nicht zu weit hinter ihren jüngern Schwe: stern zurück bleiben wollten. Daher besonders datirt sich der lebendigere Sinn für Geschichte, Erdkunde und Mathematik.

Bei einer neuen Auflage kann Ref. nicht in die Ein: zelnheiten eingehen; versichern aber darf er, daß der Verf. auch diese neue Auflage wieder seør (d. h. um mehr als 12 Bogen) bereicherte, und damit seine Achtung gegen das Publicum bezeugte, welchem der Name Volger sehr will: kommen ift. Namentlich berücksichtigte der Verf. die Vera Fassungen, besonders der teutschen Staaten, mehr als sonst. Zahlreich sind die Zufäße, die er theils neu erschienenen Werken und Zeitschriften, theils. Privatmittheilungen verdankt, unter welchen er namentlich derer von Memminger, Reichard, Stieter und v. Schlieben ge:

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