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lichen Unterricht in neueren Sprachen zu fördern, da doch dieser nichts Anderes als angewandte Logik ist, welche in dem Geiste des Schülers nur entwickelt zu werden braucht.“

Ich habe diese Stelle herausgehoben, um zu zeigen, welche Ansicht der Verfasser im Allgemeinen von der Art und Weise, eine Sprache zu lehren, babe. Sieht man von seiner seltsamen Auffassung des deutschen Unterrichts ab und fasst man nur den Sinn seiner Worte in's Auge, so sollte man mei. nen, er werde in seinem Lehrbuche die Resultate wissenschaftlicher Behandlung der englischen Sprache mit den durch den Unterricht bedingten Forderungen hinsichtlich der praktischen Gestaltung des Stoffes vereinigt geben. Wie es sich damit verhält, soll das Folgende zeigen.

Auf Seite 1 8 wird die Aussprache mit Hülfe der Walker'schen Beziferung nebst den Accentregeln gelehrt. Gut ist daran zweierlei, erstens, dass Manitius eine allgemein gültige Bezeichnung der Aussprache angewandt; zweitens, dass er den als Beispiel dienenden Wörtern die deutsche Bedeutung hinzugefügt hat. Wie soll man sich aber die Benutzung dieses Abschnittes denken? Auf acht Seiten ist Aussprache der Vocale, der Digraphen (um mich dieses von Sheridan zuerst gebrauchten Namens zu bedienen, der Consonanten und vie Lehre vom Accent zusammengedrängt, also ein Material, welches der Lernende erst allmählig im Verlauf des Unterrichts überwältigen kann. Wie soll nun der Lehrer solche Zusammenstellang verwerthen? Soll er etwa das Ganze Zeile für Zeile durchnehmen, oder soll er sich beliebig Einzelnes heraussuchen? Das Erstere ist geradezu unannehmbar; das Zweite, was wenigstens zunächst für die Vocale und für gewisse Consonanten geschehen muss, da die Einzelheiten über den Accent noch gar nicht in den Anfangsunterricht gehören, lässt uns einen Mangel der Anordnung des Lehrstoff's erkennen, der vielen englischen und franzö. sischen Schulgrammatiken gemeinsam ist. In solchen Büchern, welche methodisch in die Sprache einzuführen haben, muss zunächst nicht auf Vollständigkeit eines Ahschuitts gesehen, sondern geprüft werden, was der Lernende zuerst und am nothwendigsten zu wissen hat. Dieser Gesichtspunkt muss durch das ganze Buch hindurch massgebend sein, und sogar die Wahl von Vocabeln, Musterwörtern und Uebungssätzen beeinflussen. Was braucht ein Anfänger schon Wörter wie z. B. S. 7: strappado, virago, declaimer, cassock, to rusticate 1. dergl. zu lernen? So meine ich es auch mit der Aussprache. Erst lehre man die Vocale, av den dazu gebrauchten Paradigmata gleich darauf das Declinationsverhältniss, to bave und to be; dann ist bereits genug vorgearbeitet, um dem Schüler einfache Lebungssätze vorzufübreu. Hierauf bespreche man die Consonanten in derselben Weise, d. h. mit Wörtern zur Verdeutlichung wie bei den Vocalen, nehme dann etwa das regelmässige Verb, dessen Hinzunahme die Anwendung englischer und deutscher Uebungssätze schon weit leichter macht und eine grössere Mannigfaltigkeit des Inhalts ermöglicht; lasse sodann die Digraphen folgen und mache damit in Betreff der Untermischung des grammatischen Lehrstoffs und der zur Einübung der Aussprache dienenden Paragraphen einen Abschluss. Während von diesem Punkte an die eigentliche Aufgabe des Lehrbuchs, Formenlehre und Syntaktisches, allein weiter geführt wird, muss die Lehre von der Aussprache, wenn anders darin etwas Genügendes geleistet werden soll, womöglich eine selbständige Behandlung bis zu dem Ausgangspunkte des Unterrichts erfahren. Ich verweise in Bezug hierauf auf Band XXXVIII, Heft 3 und 4 des Archivs, Seite 285, auf meinen Vortrag ,Ueber die Nothwendigkeit, beim Unterricht im Englischen die Lebre von der Aussprache also einen besondern Zweig des Lehrstoffs zu

behandeln u. 8. W.

Seite 10 folgt nun bei Manitius Rechtschreibung, Silbenabtheilung, Interpunktion, über eine Seite Gebrauch des Apostrophs in Fällen wie ga'

statt gave, I've, tho' u. dergl. genug, lauter Dinge, die kein Mensch ini einem Anfänger durchnimmt.

Offenbar ist es auch nicht die Meinung des Verfassers, dass man sein Buch in der von ihm aufgestellten Reihenfolge benutze. Das ganze Buc ist so geordnet, dass derjenige, welcher nach demselben unterrichtet, ad li bitum auswählen mag. Jede Seite zeigt dies. Es ist eine von den Gram matiken, welche den Stoff nach den Wörterklassen behandeln, mit dem Ar tikel beginnen, mit der Interjection aufhören. Zur Einübung der Formen lehre und zu den einzelnen Regeln sind Seite für Seite englische und deutsch Uebungsabschnitte eingelegt, und die dazu gehörigen Vocabeln vorange stellt. Den Schluss bildet ein Anhang über den englischen Versbau (sech Seiten) Uebungen zum Uebersetzen aus dem Englischen in's Deutsche, Dia logues, Letters, Miscellaneous Pieces (15 Seiten) nebst etwa sechs Seiten mit Gedichten. Auf den letzten zehn Seiten stehen noch einige zusammen hängende Stücke zum Uebersetzen aus dem Deutschen in's Englische.

Die Vertheilung des Lehrstoffs nach den Wörterklassen, wobei der Ver fasser immer zunächst das Nöthige aus der Formenlehre und dann das Syn taktische zusammenstellt, führt den Uebelstand mit sich, dass bei den Ve bungsstücken alles noch nicht Besprochene; z. B. vor Absolvirung des Verbs und des Pronomens, fast in jedem Satze Verbal- und Pronominalfor men als Vocabeln beigegeben werden müssen. Diese Art der Anordnung für den Gebrauch beim Unterricht für Schüler, welche erst in die Kennt niss einer fremden Sprache eingeführt werden sollen, ist entschieden mangelhaft und veraltet. Das ganze Wesen des Buches von Manitius erinnert daher sehr an die älteren französischen Scbulgrammatiken, z. B. an die Hirzel's, wiewohl dieser, was Fassung der Regeln betrifft,gklarer und schärfer ist. Wie unangemessen eine derartige Behandlung des, rammatischen Lebrstofts ist, fällt in die Augen, wenn man z. B. Seite 97 nachdem der Schüler bereits 96 Seiten Uebungsaufgaben über die abweichende Anwendung oder Weglassung des Artikels, über das Geschlecht der Substantiva, uber alle Arten der Zahlwörter u. s. w. durchübersetzt hat, to have und zur Einübung desselben vier lange Abschnitte findet. Ebenso ist es gleich von Seite 100 an mit to be und to praise. Nimmt man die ausführliche Einübung der unregelmässigen Verben, welche sich auf vierzig Seiten erstreckt, hinzu, so erkennt man, dass es mehr in der Absicht des Verfassers lag, durch Fülle von Uebungsaufgaben die englischen Lehrstunden auszufüllen, als eine concise Auswahl des Grammatischen zu geben.

Ueberhaupt halte ich die Ueberfüllung grammatischer Lehrbücher mit Uebersetzungsbeispielen für falsch. Einen Schüler durch so viele Uebungsaufgaben mit zum Theil recht langweiligen, nichtssagenden Sätzen von Stunde zu Stunde hindurchzuschleppen, bringt Einförmigkeit des Unterrichts und Abstumpfung des Schülers hervor. Wenn nichtsdesto weniger gerade solche Lehrbücher, welche auf jeder Seite zu jeder Einzelheit Uebersetzungsmaterial bieten, bei einer Anzahl von Lehrern Anklang finden, so erklärt sich dies aus der Bequemlichkeit, welche dadurch dem Lehrer gewährt wird. Ueber die wenigen Regeln wird schnell hinweggegangen, die Hauptsache ist ja die Einübung durch die Sätze; damit gestaltet sich der Verlauf der Lehr. stunde gemüthlich; viel zu denken bleibt für Lehrer und Schüler nicht, da alles Nöthige an Vocabeln und Forinen vor oder hinter den Uebungstücken steht, die deutsche Wortfolge womöglich der englischen accommodirt ist, wie bei Plate, z. B. Theil I, s. 63 der sechsten-Auflage: Meine Mutter wollte backen Brot gestern, aber sie konnte nicht erhalten Mehl – oder bei Plötz, Cursus II, durch beigesetzte Ziffern. Und so wickelt sich Stunde für Stunde in derselben eintönigen Weise ab. Für ein solches Verfahren ist nun das Lehrbuch von Manitius angelegt. Zar Vertheidigung und Begründung pflegt be. hauptet zu werden, der Schüler müsse unausgesetzt Uebung im Lesen und Uebersetzen des Englischen und im Uebertragen des Deutschen in die fremde

Sprache haben. Ganz richtig. Aber diese fortwährende Uebung darf nicht darin bestehen, dass man ihn Jahre lang mit englischen und deutschen ein. zelnen Sätzen abspeist. Das muss auf die Dauer ermüden und in dem Schüler Trägheit des Denkens und Langeweile hervorrufen, zumal wenn, wie in der Arbeit von Manitius, ein grosser Theil solcher Uebungssätze den nüchternsten Inhalt bietet. Ich muss die Aeusserung von Schmitz wiederbolen: „Einzelne Sätze machen auf die Dauer kein Glück beim Unterricht,“ – eine Ansicht, der man beipflichten muss.

Wie verhält es sich nun aber mit der Anwendung von Uebungssätzen?

Man muss sich klar machen, welche Ausdehnung man denselben einzuräumen babe; bis zu welcher Stufe des Unterrichts davon Gebrauch zu machen sei; welche Abschnitte der Formenlehre und der Syntax der Hinzunahme von Uebungsbeispielen bedürfen.

Um darüber zur Klarheit zu gelangen, hat man davon auszugehen, dass der Anfänger derselben mehr bedarf als der Geübtere; ferner, dass es vor allen Dingen darauf ankommt, festzusetzen, was von dem grammatischen Lehrstoff (ür den Anfänger als das Nothwendigste und Unentbehrlichste vorweg zu nehmen sei. Um nicht zu sehr in's Einzelne zu geben, begnüge ich mich mit der Annahme, dass die Auswahl, welche Fölsing und Schmitz in ihren Elementarbüchern getroffen haben, etwa als eine zulässige Umgrenzung desjenigen Lehrstoffs, mit welchem der Schüler zuerst bekannt gemacht werden muss, angesehen werden kann. Bei einer solchen Sonderung des Materials aber stellt sich von vornherein die Eintheilung nach den Wörterklassen, wie sie das ganze Buch von Manitius durchzieht, als unstatthaft heraus. Was nun den Hauptpunkt, um den es sich eben handelt, die Anwendung von Uebungssätzen, betrifft, so ist für die Formenlehre der Umfang des in Fölsing's Buch Enthaltenen ausreichend. Denken wir uns dann den Schüler auf einer zweiten Lehrstufe, wo er binreichend vorbereitet ist, um das Erforderliche aus der Syntax zu lernen, so erscheint es wünschenswerth, dass für gewisse Partien der Syntax, z. B. für eigenthümliche Rection der Verben mit of, from, to, in u. dergl.; für den Gebrauch des Particips in Fällen wie: I prefer walking, für die schwierige Uebersetzung des Verbs lassen und andere Sachen, die einer besondern Einübung bedürfen, einzelne Sätze in englischen und deutschen Uebungsabschnitten dem Lehrer zu Gebote stehen. Unnöthig aber ist es z. B., wie es bei Manitius geschieht, das Declinationsverhältniss der Eigennamen, die defective verbs, den mit dem Deutschen übereinstimmenden Gebrauch der einzelnen Tempora des Verbums, den Infinitiv mit to, den Indicativ u. dergl. mehr durch lange Uebungsaufgaben hindurchzuwinden.

Die Vertheidiger der vielen Uebungssätze kommen immer auf die Behauptung zurück, dass sie den Lernenden unablässig im Lesen und Uebersetzen geübt wissen wollen. Dieser Ansicht bin ich auch, aber mit anderer Auffassung. Nicht mit einzelnen Sätzen beschäftige man unnotbig lange den Schüler, sonlern benutze dieselben nur zur Einübung des nöthigen grammatischen Stoffes. Dagegen, sobald man den ersten Grund gelegt hat, sobald Declination und Conjugation gelernt sind, gehe man zur Lectüre zusammenhängender Lesestücke über. An passenden Büchern für den ersten Unterricht fehlt es nicht; als besonders empfehlenswerth nenne ich dazu das Reading Book von Westley. Leipzig. 1860. Auf Lectüre also richte man ein besonderes Augenmerk, theile die Stunden möglichst bald in grammatische und Lecturestunden, dränge allmählig den Schwerpunkt des Unterrichts von den einzelnen Sätzen fort zur Lecture, sowie andererseits zur Uebersetzung zusammenhängender Stücke aus dem Deutschen in's Englische: mit einem Wort, man beschränke die Zahl der Uebungsaufgaben mit einzelnen Sätzen auf das nöthige Mass, und erreiche durch sorgfältige, controllirende Einübung des geringeren Quantums die erforderliche Sicherheit in der Anwendung der Formenlehre und des Syntaktischen. Lectüre und Exercitien, namentlich aber eine solche Behandlung der Lecture, dass daraus mit oder ohne Hinzunahme des grammatischen Lehrbuchs eine Bereicherung nicht bloss des lexikalischen, sondern auch des grammatischen Wissens der Schüler hervorgeht, wird dann zu einer besseren und gründlicheren Kenntniss der Sprache verhelfen, wird Lehrer und Lernende gespannter erhalten, und die geistige Thätigkeit Beider in weit geeigneter Weise in Anspruch nehmen, als das ewige Einerlei der einzelnen Sätze.

Nach diesen Grundsätzen scheint mir das Lebrbuch des Dr. Manitius zu gedehnt, die Anordnung nach den Wörterklassen ungeeignet.

Was die Fassung der Regeln betrifft, so vermisst man darin, wie uberhaupt in den Erklärungen bei Manitius, philologische Schärfe. Es ist eigenthümlich, dass der Verfasser nicht Bücher, wie z. B. das von Schmitz, zur Vergleichung benutzt hat, um bei Aufstellung von Regeln und Angabe von Unterschieden sicherer zu gehen. Einen unnöthigen Raum nehmen die Er. klärungen von Wörterklassen ein; wer englisch lernt, braucht nicht erst in seiner englischen Grammatik zu erfahren, was ein Substantiv ist. Alle solche Dinge lassen das Lebrbuch von Manitius als eine Arbeit erscheinen, welche keinen Fortschritt in der Schul-Litteratur bezeichnet. Es lässt sich daber nicht für den Unterricht empfehlen. Wenn überhaupt solche Bücher noch Verwendung finden, so ist der Grund davon unter anderm der, dass in den neueren Sprachen cine Menge von Personen unterrichten, die, ohne philologische Vorbildung, gern nach Lehrbüchern greifen. die ihnen eine bequeme Ausfüllung der Lehrstunde ermöglichen. Namentlich Engländer und Eng. länderinnen, die in Deutschland unterrichten, oft ohne des Deutschen in erforderlichem Grade mächtig zu sein, greifen in ihrer Noth nach solchen Büchern, an welchen sie dann ihren Unterricht abwickeln. Für Schulen aber, besonders für höhere Lehranstalten, von welchen der Verfasser in der Vorrede spricht, erfüllt das Buch nicht das, was ich zu Anfang dieser Besprechung aus dem Vorworte aufgenommen hatte: es dient nicht zur wissenschaftlichen Förderung des Schülers. Berlin.

Alb. Benecke.

Dr. H. A. Manitius: Grammatisch - praktischer Lehrgang der

englischen Sprache zu deren möglichst leichter, schneller und gründlicher Erlernung. Für den ersten Anfang in Schulen und anderen Bildungsanstalten, sowie zum Privatunterrichte. Eine Vorschule zu des Verfassers Lehrbuch der englischen Sprache. Zweite, sorgfältig verbesserte Auflage. Dresden. Verlag von G. Dietze.

Dass der Verfasser die Erfahrung gemacht hat, dass sein grösseres Lebr. buch der englischen Sprache, wie er selber andeutet, einem späteren and letzten Lehrcurse vorbehalten bleiben müsse, mit andern Worten, dass es sich zur Einführung in die englische Sprache nicht recht eignet, beweist das Erscheinen des jetzt zu beurtheilenden Buches. Dasselbe kann als ein Auszug aus des Verfassers grösserem Lehrgange angesehen werden und verdankt seine Entstehung augenscheinlich dem Umstande, dass Dr. Manitius auf die zu grosse Dehnung und Weitschweifigkeit seines grösseren Lehrganges aufmerksam geworden ist.

Die Einrichtung ist wie in dem grösseren Buche. Zuerst ist auf neun Seiten die Aussprache aufgeführt, wobei S. 2 das Wort doll falsch mit langem o steht, S. 5 weiches g und j in herkömmlicher Weise schlecht durch dsch erklärt ist. Ungenügend ist die Angabe über th auf S. 6. Statt zu sagen, wie th lautet, hätte gesagt werden müssen, wie man es anzufangen hat, um es bervorzubringen: eine Angabe, welche man in vielen Lehrbüchern vernachlässigt findet. Dann sind von Seite 11 an die einzelnen Wörterklassen, Artikel, Substantiv, Adjectiv, Zahlwort, Pronomen, Verbum u. s. w. mit den nöthigen Musterwörtern, Declinations- und Conjugationstabellen und sonstigem Apparat an Regeln der Reibe nach vorgeführt, und jede Seite, hinter jedem Abschnitt, mit englischen und deutschen Uebụngsstücken und dem dazu gehörigen Vocabelvorrath versehen. Trat schon bei dem grösseren Lehrgange die Unangemessenheit jener Reihenfolge störend bervor, so ist es bei diesem Buche, welches nach des Verfassers Worten für den ersten Anfang“ geschrieben ist, noch weit mehr der Fall. Einen Schüler erst 50 Seiten mit 70 Uebungsabschnitten lernen und übersetzen zu lassen, und ihm dann to have in etwa 22 neuen derartigen Abschnitten, und dahinter in gleicher Weise to be und to hope vorzuführen, heisst eine unrichtige Auffassung der Art und Weise haben, wie man den Lehrstoff für die ersten Lehrstunden zu vertheilen hat. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Declinations- und Conjugationsverbältniss muss im Englischen zuerst gelehrt, to bave, to be, to hope gleich nach dem Wenigen, was von der Declination zu lernen ist, dem Gedächtniss eingeprägt werden. Sobald der Schüler damit fertig ist, lässt sich das Uebrige, was von dem Grammatischen besonders nothwendig erscheint, leicht zusammenstellen. Als Bestimmungsgrund für die Auswahl und Aufeinanderfolge des grammatischen Lehrstoffs diene die Rücksicht auf dasjenige, was Jemand bereits wissen muss, um Lecture leichter, zusammenhängender Lesestücke anzufangen. Wenn ich aber Jemand erst Bruch-, Wiederholungs-, Vervielfältigungs-, Sammelzahlen, eigentbümliche Zeitangaben (ich führe die vom Verfasser gewählten BeDennungen au) und dergl. lernen lasse, und ihn dann erst mit to have und to be bekannt mache: so heisst das, Jemand mit den Fingern essen lassen und ihm erst gegen Ende der Mahlzeit Messer und Gabel reichen.

Abgesehen von der Reihenfolge des Lehrstoffs, die eine andere sein muss, ist auch die Auswahl desjenigen, was der Anfänger zur Einführung in das Englische gebraucht, meiner Ansicht nach verfehlt. Es ist zu viel aufgenommen. Ueberflüssig, ist für den Anfang S. 26, Nr. 3: über Eigenthümlichkeiten der Pluralbildung, S. 28: Singularia tantum, S. 29: Substantiva mit verschiedener Bedeutung im Singular und Plural; S. 32: Bildung des weiblichen Geschlechts in Fällen wie author und authoress. S. 42 die oben erwähnten Zahlwörter, ferner die Beispiele über den Conjunctiv S. 64 und an andern Stellen, und manches Andere, was der Anfänger noch nicht zu lernen braucht. Ein besonders bequemes Mittel, den Stoff der Lehrbücher dieser Art in die Länge zu ziehen, ist die Einübung der unregelmässigen Verba mit englischen und deutechen Uebungsaufgaben. So auch hier S. 96 – 120. Ich will die Frage offen lassen, ob man zur Einübung der unregelmässigen Verba halbe Jahre lang nur Uebungen darüber im Englischen und Französischen durchübersetzen lassen muss. Doch kann ich aus eigener Erfahrung beim Unterricht versichern, dass sorgfältiges Memoriren der abweichenden Formen der unregelmässigen Verba, etwa in der Art, dass man von Stunde zu Stunde auf der Lehrstufe, in welche das Erlernen dieser Zeitwörter gehört, eine gewisse Anzahl derselben aufsagen lässt; ferner die Beachtung derselben bei der Lecture, so dass man bei einzelnen vorkommenden Verben sich durch Fragen vergewissert, ob die Schüler noch diese Formen inne baben; endlich die Anwendung derselben hein mündlichen und schriftlichen Gebrauche dieselben und bessere Dienste that, als jene langausgesponnene Einübung. Die Masse des übersetzten Materials schafft nicht die Ker in den chüler hinein; ach Vurausgegangenem Auswendiglernen bei jeder passenden Gelegenheit, also

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